
Château Léoville Las Cases 1985
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Bewertungen und Rating
Beschreibung
Charakteristika und Verkostungstipps zum Château Léoville Las Cases 1985
Verkostung
Farbe
Die Farbe zeigt einen ziegelrot schimmernden Granatton, der von vier Jahrzehnten Flaschenreife zeugt. Diese tiefe Nuance offenbart bordeauxrote Reflexe, wie sie für einen großen Wein in voller Reife typisch sind.
Nase
Die Nase entfaltet eine fesselnde tertiäre Komplexität mit Aromen von eingekochter schwarzer Johannisbeere, begleitet von Noten reifen hellen Tabaks. Anklänge von frischer Trüffel, gereiftem Leder und feuchtem Unterholz bereichern das Bouquet. Mit Luft gewinnt der Wein nach und nach Nuancen von Toastbrot, Graphit, Mineralität sowie einen Hauch frischer Minze mit subtilen Noten von schwarzer Lakritze.
Gaumen
Der Auftakt am Gaumen überrascht durch seine anfängliche Sanftheit und geht in eine bemerkenswert geschmeidige Textur über, in der sich die Tannine samtig und perfekt in die Frucht eingebunden zeigen. Der Körper wirkt mittelkräftig bis voll, substanziell, ohne jemals schwer zu sein. Der Abgang zieht sich lange hin, mit Aromen von schwarzer Johannisbeere, reifen dunklen Früchten, Mineralität und hellem Tabak, begleitet von einem subtilen Hauch Jod. Das Gesamtbild bleibt lang, intensiv und anmutig.
Weinpairing
Dieser Wein harmoniert perfekt mit geschmorten roten Fleischgerichten, insbesondere mit einem gegrillten Rinderkotelett oder einem gebratenen Carré vom Pauillac-Lamm. Klassische bordelaiser Zubereitungen wie ein Entrecôte mit Rotweinreduktion oder ein geschmortes Rinderbackengericht sind ideale gastronomische Kombinationen. Wildgerichte wie Hase à la royale, Waldschnepfe oder Rebhuhn mit kräftig reduzierten Saucen finden in diesem Wein einen äußerst passenden Begleiter. Waldpilze und Trüffelzubereitungen bringen die erdigen Noten des Weins wunderbar zur Geltung. Hartkäse, insbesondere gereifter Comté oder Beaufort, passt hervorragend zu diesem reifen Jahrgang.
Servieren und Lagerung
Der Château Léoville Las Cases 1985 wird idealerweise bei einer Temperatur von 15 bis 17 °C genossen. Ein Dekantieren von etwa 30 Minuten ist von Vorteil, da es eine progressive Belüftung und das Abrunden verbliebener Tanninspuren ermöglicht und zugleich mögliche natürliche Ablagerungen entfernt. Der Wein hat aktuell seine volle Reife erreicht und bietet ein optimales Trinkfenster bis etwa 2040, gegebenenfalls auch darüber hinaus bei Exemplaren, die unter perfekten Bedingungen gelagert wurden.
Ein zweiter Grand Cru Classé aus Saint-Julien auf dem Höhepunkt seines Könnens
Das Weingut
Entstanden zwischen 1826 und 1840 im Zuge der Aufteilung des großen Léoville-Anwesens, ist Château Léoville Las Cases ein zweiter Grand Cru Classé der Klassifikation von 1855 in der AOC Saint-Julien in Bordeaux. Sein 98 Hektar großer Weinberg in Saint-Julien-Beychevelle gliedert sich um den ummauerten Grand Clos von 50 bis 55 Hektar, der an Château Latour angrenzt. Als alleiniger Eigentümer und heutiger Leiter bewahrt Jean-Hubert Delon, dessen Familie das Gut seit dem Ende des 19. Jahrhunderts besitzt, dieses historische Herzstück, das sinnbildlich durch den Löwen am Tor verkörpert wird.
Der Weinberg
Der Weinberg von Château Léoville Las Cases erstreckt sich über 55 Hektar des berühmten Grand Clos, der nördlich von Saint-Julien liegt. Diese strategische geografische Lage verleiht eine außergewöhnliche Exposition und ausgeprägte klimatische Eigenschaften, wobei die Gironde ein begünstigendes, ausgleichendes Mikroklima schafft. Das Terroir besteht überwiegend aus günzzeitlichen Quartärkiesen auf komplexen Untergründen aus Sand, Ton und Kies, die eine perfekte Drainage ermöglichen und zugleich eine regelmäßige Wasserversorgung sicherstellen. Die Reben sind im Jahrgang 1985 im Durchschnitt über 40 Jahre alt.
Der Jahrgang
Der Jahrgang 1985 in Bordeaux zeichnet sich eher durch Eleganz als durch rohe Kraft aus. Der Vegetationszyklus begann unter ungünstigen Vorzeichen: Der Januar verzeichnete die kältesten Temperaturen seit 1956. April, Mai und Juni blieben nahe an den saisonalen Durchschnittswerten. Der Sommer zeigte sich wechselhaft, mit einem Juli, der etwas wärmer und feuchter als üblich ausfiel, gefolgt von einem vergleichsweise kühlen August. Der entscheidende Faktor trat im September hervor, der eine seltene klimatische Perfektion mit Wärme, großzügigem Sonnenschein und trockenen Bedingungen bot. Die Lese begann spät, am 29. September, und markierte den spätesten Start des Jahrzehnts. Merlot überzeugte in dieser Kampagne besonders und prägte dem Jahrgang seine unverwechselbare organoleptische Signatur.
Vinifikation und Ausbau
Der Vinifikationsprozess des Château Léoville Las Cases 1985, von der technischen Mannschaft des Châteaus minutiös kontrolliert, setzt auf eine behutsame Extraktion statt auf Aggressivität und ermöglicht so die Entfaltung der Frucht ohne übermäßige Tanninextraktion. Der Ausbau in Eichenfässern über 18 bis 20 Monate erfolgt mit einem Anteil an neuem Holz, der je nach Bedarf des Weins und Einschätzung des Winzers zwischen 50 und 100 % variiert. Diese schrittweise Ausbaupraxis verleiht dem Wein seine charakteristische Komplexität und Eleganz; das Holz überdeckt die Frucht nie, sondern bereichert sie vielmehr um Noten von gerösteter Vanille und spürbarer Mineralität. Die finale Assemblage erfolgt nach dem getrennten Ausbau der unterschiedlichen Parzellen und Rebsorten und setzt auf Gesamtharmonie statt auf rohe Kraft.
Rebsorten
Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot.


